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| Ungeahnter Schwung | PRINT | | Blogs in der Schule – ein verkanntes Potenzial? |
Frankfurt, April 2007 - Web 2.0 ist im Schulunterricht weiter verbreitet, als manch Außenstehender es vermuten würde. Volker Rüddigkeit, Amt für Lehrerbildung (AfL), hat in einem umfassenden Beitrag unter der Überschrift "Web 2.0 – das 'neue' Internet macht Schule!" zahlreiche Beispiele zusammengetragen, welche Funktionen in der Schule bereits Nutzen stiften. CHECK.point eLearning hat die Passagen zum Thema "Blog" herausgegriffen.
Blogs haben schon – für viele unbemerkt - in den Schulen Einzug gehalten, und erstaunlicherweise auch ganz "unten", in der Grundschule. Ein Beispiel für ein zumindest farbenprächtiges Blog ist das von Grundschülern geführte Blog eines 3. Schuljahres. Während man im deutschsprachigen Raum Grundschul-Blogs an einer Hand abzählen kann, sind sie im englischsprachigen Raum
wesentlich stärker verbreitet, wie das repräsentative Beispiel zeigt.
Kein Blog von Grundschülern, aber sehr informativ für deren Lehrer und Eltern ist das Blog "leichter lernen", das über die Themen Legasthenie, Dyskalkulie und ADS berichtet.
Ganz "oben" angesiedelt – um in der Terminologie zu bleiben – ist das Blog der 13. Klasse
eines Technischen Gymnasiums in Überlingen. Wie man einen Leistungskurs Erdkunde fast zwei Jahre mit einem Blog begleitet beweist das Beispiel des Gymnasiums Dorfen in Bayern.
Dass mittlerweile auch an Hauptschulen gebloggt wird, zeigt das Blog der GHS Hittfeld. Über
die eigene Schule hinaus können Schülerinnen und Schüler im Schüler-Blog der Zeitschrift Focus bloggen.
Auch bei den Lehrern sind Blogs mittlerweile angekommen. In vielen Blogs geht es um alltägliche Erlebnisse im Klassen- wie auch im Lehrerzimmer, kommentiert wird nicht zuletzt von Schülern, wie das repräsentative Blog von Herrn Rau zeigt, einem Deutschlehrer und Blogger der ersten Stunde.
Das Gleiche in Englisch findet sich bei Englischlehrer Jörg Weese aus Coburg mit seinem Blog und mit lets talk about school schildert eine Hauptschullehrerin ihren Schulalltag via Blog. Eine etwas andere Sicht der Dinge vermittelt das Blog Berufsschullehrer werden und in der Zeitschrift Focus dürfen nicht nur Schüler,
sondern auch Lehrer nach Herzenslust bloggen. Dass bei allem Bloggen auch der Humor nicht zu kurz kommt, beweist recht eindrucksvoll ein Lehrer-Blog mit dem bezeichnenden Namen niemehrschule.
Viel interessanter erscheint aber der Einsatz von Blogs im Rahmen von kooperativem Lernen im Unterricht, da es für die Schüler sicher interessant ist, mit einem Medium zu arbeiten, das ihnen schon aus ihrer Freizeit hinreichend bekannt ist.
Einsatzmöglichkeiten für Schule, Lernen und Unterricht
Besonders für Deutschlehrer, die ständig auf der Suche nach didaktisch begründbaren Schreibanlässen sind, eröffnen sich hier vorher nie gekannte Möglichkeiten. Durch das Schreiben von Beiträgen wird die sprachliche Ausdrucksfähigkeit entwickelt und parallel dazu läuft eine therapeutische Funktion, weil Erfahrungen, Erlebtes und Gefühle reflektiert werden.
Durch die Kommentar- und Feedbackfunktion, d.h. durch Reaktionen von anderen auf den Text kommt es zur Auseinandersetzung über Inhalt und Form. Im Fremdsprachenunterricht können Blogs in der Zielsprache geschrieben werden oder in einer fremdsprachigen Community eröffnet werden, wo gezielt der fremdsprachliche Kontakt gesucht wird. Eine sehr informative Einführung über Blogs im Fremdsprachenunterricht bietet hier die Webseite von Lehrer-Online.
Einsatzmöglichkeiten für alle Fächer sind Blogs als Notizbuch und Surftagebuch oder zum Sammeln von Ideen und interessanten Links, aber auch zum Dokumentieren von schulischen und unterrichtlichen Aktivitäten wie Ausflügen und Projekten. Darüber hinaus können Blogs Lernentwicklungen und Lernfortschritte im Laufe eines Unterrichtsjahres aufzeigen. Lehrer können ihren Präsenzunterricht via Blog virtuell im Unterricht fortführen und Elternabende können auch
einmal als Blog im Internet stattfinden! |
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