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| Geteiltes Wissen | PRINT | | Sollten Trainer twittern? – Eine Frage der Positionierung |
Köln, März 2010 - (von Heide Liebmann) Ganz auf die Bedürfnisse der Weiterbildner abgestimmt ist das Programm des didacta Trainertages am 19. März. Hier erfahren Sie, welche Maßnahmen und Technologien geeignet sind, um in einem schwierigen Umfeld zu bestehen. Die Frage, ob Trainer twittern sollten, beantwortet dabei die Kommunikationsexpertin Heide Liebmann.
Wenn Sie Trainer oder Speaker sind, sind Sie in letzter Zeit wahrscheinlich schon häufiger über den Begriff Social Media oder über Twitter gestolpert. Sie haben verschiedene mehr oder weniger qualifizierte Aussagen dazu gehört. Vielleicht sind Sie inzwischen ein wenig neugierig und wüssten gerne mehr. Aber Sie befürchten auch, sich einen weiteren "Zeitfresser" heranzuzüchten, wenn Sie jetzt auch noch anfangen zu twittern.
Die folgenden Hinweise und Ideen sollen Ihnen dabei helfen, eine qualifizierte Entscheidung für oder gegen Twitter zu treffen.
Aktuelle Twitternutzung in Deutschland
Bevor Sie sich die entscheidenden Fragen stellen, möchte ich Ihnen zunächst einige aktuelle Daten und Fakten zum bekanntesten Microbloggingdienst vorstellen:
Deutschland gehört inzwischen zu den 20 aktivsten Twitter-Locations, und die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich. Der durchschnittliche Twitter-Nutzer ist übrigens deutlich über dreißig – deshalb ist es falsch anzunehmen, Twitter sei ein Spielzeug für Jugendliche.
Vor sechs Monaten waren rund 250.000 deutschsprachige Accounts registriert, davon ca. 27.000 aktiv. Zählt man auch die passiven Nutzer hinzu, die nicht selber twittern, aber anderen Accounts folgen, waren das ca. 38.000. Bei einem monatlichen Wachstum von ca. 2,5% in Deutschland können wir heute wohl von rund 50.000 aktiven Usern ausgehen. Das bedeutet: Noch ist der Kreis der Personen und Unternehmen, die aktiv twittern, relativ begrenzt. Twitter als singuläres Social Media Tool macht bei diesen Zahlen wenig Sinn.
Gute Gründe für Twitter
Was also macht Twitter zum Hype? Warum hören sich manche Web-Evangelisten so an als lebe man total hinter dem Mond, wenn man dieses Tool nicht nutzt?
Tatsächlich gibt es eine Reihe von Argumenten für die Twitter-Nutzung, gerade wenn man, wie die meisten Trainer, als Einzelunternehmer unterwegs ist:
- Twitter ist Kommunikation in Echtzeit, das heißt, andere Menschen, also potenzielle Interessenten können Sie direkt und ungefiltert ansprechen.
- Über Twitter kann man auch Seiten von sich zeigen, die bei der üblichen Selbstpräsentation im Netz unsichtbar bleiben. Es ist eine Chance für authentisches Selbstmarketing.
- Twitter eignet sich hervorragend dafür, sein Angebot über einen zusätzlichen Kanal zu vermarkten, wenn man ein paar Spielregeln beherzigt.
- Es ist ausgesprochen nützlich zur Informationsbeschaffung sowie zur Marktforschung und Marktbeobachtung.
- Man teilt sein Wissen und tut etwas für seine digitale Reputation.
- Der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen ist interessant und fruchtbar.
- Und nicht zuletzt twittert man auch für seine Suchmaschinenoptimierung, weil Google alle Tweets indexiert. Das erhöht die eigene Auffindbarkeit zusätzlich.
Klingt gut – und was hat das mit mir zu tun?
All diese guten Argumente werden aber genau dann hinfällig, wenn Ihre Zielgruppe sich nicht auf Twitter bewegt. Bevor Sie anfangen zu twittern, sollten Sie sich also ein paar Gedanken dazu machen, was Sie damit erreichen und vor allem, wen Sie damit ansprechen wollen. Bewegt sich Ihre Zielgruppe überhaupt in Social Media und insbesondere auf Twitter? Auch hier zeigt sich wieder einmal: Ohne Positionierung geht es nicht.
Für die professionelle Nutzung zum Zwecke des Selbstmarketings kommen Sie ohne sinnvolle Strategie, die bestenfalls auch mit Ihren anderen Kommunikationsformen abgestimmt ist, kaum weiter. Wahrscheinlich wird die Begeisterung über kurz oder lang abebben und vielleicht sogar ins Gegenteil umschlagen. Unrealistische und überhöhte Erwartungen tun dann ein Übriges.
Twitter für Trainer? Ja – mit den genannten Einschränkungen.
Auf der didacta:
Weitere Hinweise und Impulse zu diesem Thema mit einigen Praxisbeispielen und den Ergebnissen der aktuellen Umfrage zur Twitternutzung bei Trainern, Beratern und Coaches sowie zu Risiken und Nebenwirkungen erhalten Sie am didacta-Trainertag am 19. März:
Heide Liebmann: "Twitter – Fluch oder Segen für Trainer und Speaker?" am Freitag, 19. März, im Block B von 13.30 Uhr bis 15.15 Uhr, CC Ost, Konferenzraum 3
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