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E.ON-Academy für alle
Düsseldorf, Juni 2005 – Die E.ON Academy, bekannt als die Corporate University des Konzerns und fokusiert auf eine systematische Führungskräfteentwicklung, betreibt seit Anfang Juni eine Ausweitung seiner virtuellen Lernplattform zu einer konzernweiten Bildungsplattform für alle E.ON-Gesellschaften. Volker Wiegmann, Managing Director der E.ON-Academie beschreibt die neuen Ziele im Gespräch mit CHECKpoint eLearning.

Der geplante Roll-Out Ihrer elektronischen Lernplattform Academy Online von zur elektronischen Lernplattform für alle Mitarbeiter des Konzerns lässt darauf schließen, dass Sie mit ‚Distant Learning’ positive Erfahrungen gesammelt haben. Wie sieht hier die Bilanz der E.ON Academy aus?

Volker Wiegmann:
Seit drei Jahren stellt die E.ON Academy für ihre 1.600 "Studierenden" - die internationalen Führungskräfte des E.ON-Konzerns - ein maßgeschneidertes, durch eLearning-Bausteine gezielt unterstützes Leadership Development Curriculum und ein eigenständiges Self Study Center mit einem breiten Spektrum von eLearning-Programmen und einer elektronischen Management-Bibliothek mit über 20.000 Literaturauszügen bereit. Das Angebot wurde von Anfang an aktiv genutzt und wird jetzt deshalb um Bildungsbausteine auch für alle übrigen Lern-Zielgruppen im E.ON-Konzern erweitert.

Eine wichtige Zielgruppe sind unsere über 2.000 Auszubildenden, deren exzellente Ausbildung wir durch den gezielten Einsatz Neuer Medien noch einmal attraktiver gestalten wollen.

Denken Sie daran, ihre Lernplattform auch für Partner-Unternehmen, Lieferanten und Kunden zu öffnen?

Volker Wiegmann:
Academy Online wurde primär als Lernplattform für die Weiterbildung unserer Führungskräfte und Mitarbeiter konzipiert und wird heute über unser Intranet genutzt. Wir arbeiten gegenwärtig daran, Academy Online auch aus dem Internet datenschutzsicher anwählbar zu machen, damit unsere Studierenden das Angebot auch auf Dienstreisen und am Feierabend oder Wochenende nutzen können. Wenn das geschafft ist, werden wir ausgewählte Kurse und eLearning-Bausteine selektiv auch externen E.ON-Partnern anbieten. Dazu gehören nicht nur regionale Energieversorger der Strom- und Gasdistribution, sondern auch Hauptschul-, Realschul- und Gymnasiallehrer, die sich auf eine schülergerechte Darstellung der Komplexität der heutigen Energiewirtschaft in Europa optimal vorbereiten möchten.

Sie schreiben in Ihrem Kursprogramm, dass Academy Online sowohl die interkulturelle Zusammenarbeit als auch das "Lebenslange Lernen" fördern soll. Wird die Lernplattform nicht doch in erster Linie im Rahmen formaler, aufstiegs- und karriereplanbezogener Weiterbildung genutzt?

Volker Wiegmann:
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der E.ON-Gruppe sind wenigstens einmal jährlich mit ihren Chefs und den für sie zuständigen Fachkräften der Personalentwicklung auch über ihren individuellen Bildungsbedarf im Dialog. Das Gespräch dreht sich um die aufgabenbezogene Weiterqualifizierung, sicher auch um die Vorbereitung auf neue Aufgaben - und besonders auf neue Aufgaben in anderen Kulturkreisen, in denen E.ON tätig ist. Das dafür verfügbare Bildungsangebot wird über Academy Online transparent gemacht, gebucht und abgerechnet.

Darüber hinaus ist Academy Online aber auch eine leistungsfähige Kommunikations-Plattform für den Erfahrungsaustausch ganz unterschiedliche Mitarbeitergruppen – zum Beispiel für IT-Projektleiter oder Teilnehmer am internationalen Trainee-programm der E.ON. Auf Academy Online treffen sich die Ehemaligen eines bestimmten Kursprogramms, die Top 50 oder Top 100 Führungskräfte, die Auszubildenden der E.ON und eine Vielzahl anderer Mitarbeitergruppen regelmäßig virtuell.

Einige haben ihre eigene Homepage, über die sie - wie zum Beispiel unsere Top Excecutive Group oder unsere Sales Manager - die organisatorische Durchführung ihrer Halbjahres- oder des Jahrestreffens unterstützen.

"Appetit auf Bildung" hat man nicht nur, weil man "Karriere machen" will, also steht die Online-Bibliothek der E.ON Academy mit ihren Artikeln, Buchexzerpten, Präsentationen und Experten-Vorträgen eben allen Mitarbeitern zur Verfügung, die gern noch etwas dazulernen möchten.

Wer entscheidet über die Teilnahme eines Mitarbeiters an einer Bildungsmaßnahme?

Volker Wiegmann:
Der Mitarbeiter und die Mitarbeiterin selbst – in Abstimmung mit dem die Maßnahme mit finanzierenden Vorgesetzten und unter Beratung der sie betreuenden Fachleute der Personalentwicklung. Im schon angesprochenen jährlichen Dialog – oder besser "Trialog" – unserer Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten und Personalentwicklern geht es immer auch um die persönlichen Entwicklungs-Prioritäten und um die gemeinsame Entscheidung, ob und zu welchen Inhalten gezielte Bildungsmaßnahmen sinnvoll sind. Wenn man sich einig ist, wird ein Programmbaustein gebucht – entweder durch die darauf spezialisierte Personalentwicklung oder in Eigenverantwortung vom Mitarbeiter selbst.

Wie fließt die Bewertung der Weiterbildungsergebnisse in die Beurteilung des Mitarbeiters ein?

Volker Wiegmann:
Wir fragen die Teilnehmer an einem Academy-Programm - aber auch deren Arbeitsumfeld - sechs Monate nach dem Programm danach, wie sie das Gelernte anwenden konnten, geben aber keine Zeugnisse und kein Feedback an die Personalakte. Nach unserer Erfahrung wird die Lernmotivation beim "Lernen unterm Miskroskop" nicht gesteigert.

Für die Mitarbeiterbeurteilung sind die beobachtbaren Leistungs- und Verhaltensaspekte maßgeblich, die das E.ON Leadership Profile idealtypisch zusammenfasst - aber nicht das Lernverhalten in einem spezifischen Academy-Kurs.

Welche Rolle spielt bei E.ON die derzeit häufig beschworene informelle (Weiter-) Bildung?

Volker Wiegmann:
"Informelle Bildung" adressiert ja die Forderung, dass Mitarbeiter ihr persönliches Entwicklungsprogramm eigenverantwortlich selbst betreiben und sich nicht auf ein "System" verlassen, das sie womöglich formal "entwickelt". Das ist auch unser Credo und wir unterstützen dies durch ein breites Angebot an Selbstlern-Unterstützung: Unsere Electronic Library, unser eLearning-Angebot, unsere direkt nutzbaren "Quick Tools" und unsere elektronischen Erfahrungsaustausch-Foren.

Wenn man den Begriff weiter fasst, gehört zur "Informellen Bildung" auch die persönliche Horizonterweiterung, der wir uns aber verstärkt erst jetzt - im dritten und vierten Jahr des Bestehens der E.ON Academy widmen: Mit gezielten Begegnungs-Veranstaltungen für E.ON-Manager mit Experten und Meinungsführern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur – vor allem auch außerhalb der uns im Berufsalltag faszinierenden energiewirtschaftlichen Themen.

Ein Beispiel dafür ist vielleicht die offizielle Campus-Eröffnung der E.ON Academy mit Bundeskanzler Schröder, Ministerpräsident Steinbrück und dem E.ON-Chef Bernotat zum uns aktuell sehr beschäftigenden Thema "Gesellschaftliche Verant-wortung von Unternehmen".

Verstehen Sie Academy Online als Ergänzung zum Weiterbildungsangebot der E.ON oder welches Gewicht hat Ihre Lernplattform künftig im Weiterbildungs-Spektrum Ihres Unternehmens?

Volker Wiegmann:
Mit der schrittweisen Einführung von Academy Online als gemeinsame Lern-Plattform im E.ON-Konzern wird zukünftig das gesamte Aus- und Weiterbildungsangebot im Präsenzlern- und Onlinebereich für alle Mitarbeiter einsehbar und zur Buchung zugänglich. Die Folge sind mehr überregionale Begegnungen, eine verbesserte Auslastung einzelner Kurse, die früher vielleicht parallel und halb voll stattgefunden hätten, es vereinfacht den Unterlagenversand, den Programmablauf, die Abrechnung und Dokumentation.

Gerade für Bildungsprogramme mit hohem Teilnehmerdurchsatz - z.B. Arbeitssicherheits-Belehrungen, Module der kaufmännischen Berufsausbildung, das Fremdsprachentraining oder die Grundlagenausbildung über Energiemärkte und -technologien - verbessert die Programm-Produktion und -Bereitstellung aus einer Hand nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern auch die Qualitätssicherung.

Vor allem aber fördert die elektronische Lernplattform das eigenverantwortliche, zeit- und ortsunabhängige, elektronisch gestützte Selbstlernen. Neue Medien werden das bestehende Aus- und Weiterbildungsangebot gezielt ergänzen, aber das interaktive Problemlösungs-Lernen sicher nicht vollständig ersetzen.
 
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