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Die Triga der eModeration
Karlsruhe, August 2006 – (von Martin Holl) Der erfolgreiche Einsatz eines neuen Mediums setzt nicht nur Unbefangenheit in der Anwendung voraus, vielmehr ist eine gründliche Vorbereitung unumgänglich. Hat man sich im Bereich der virtuellen Möglichkeiten für ein entsprechendes Tool entschieden, sollte man sich vorab die Fragen stellen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll, welche Inhalte es zu vermitteln gilt und welche Features die gesetzten Ziele optimal unterstützen.

Nicht minder wichtig ist die Auseinandersetzung mit den Prämissen und Herausforderungen der Kommunikation im virtuellen Raum: anders als bei klassischen "Face-to-face"-Situationen sind die nonverbalen Reaktionen des Publikums als Kriterium der Einschätzung nicht verfügbar. Umso mehr muss der Focus der eModeration auf den interaktiven Inhalten liegen, um die Befindlichkeit aller Teilnehmer zeitnah reflektieren und flexibel auf Dynamiken reagieren zu können.

Die gezielte Integration von Instrumenten wie dem Text-Chat, von Online-Umfragen wie Sie von Herstellern wie Questionmark angeboten werden, sowie weiteren Feedbackfunktionen wirkt beispielsweise der Gefahr möglichen Monologisierens seitens des eModerators entgegen. Dabei ist die Dosierung und das Timing für den Erfolg entscheidend. Auch der Einsatz eines Co-Moderators kann ab einer gewissen Teilnehmeranzahl sinnvoll sein.

Es empfiehlt sich deshalb für die eModeration, Zeit in Training und Fortbildung zu investieren, um bereits gesammelte Erfahrungswerte zu evaluieren und vorhandene Kompetenzen auszubauen. Eigene, ausgereifte Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit der Software und dem besonderen Kontext der Lehrsituation, sind Garanten einer überzeugenden Umsetzung individueller Konzepte.

Je besser der eModerator den Umgang mit seiner Software beherrscht, umso eher ist er in der Lage, gekonnt die spezielle Anforderungen des Themas zu meistern oder auf Fragen kreativ zu antworten, indem etwa eine Aussage mittels eingefügter Filmsequenzen oder einem kurzen Hörbeitrag verdeutlicht wird.

Die bereits angesprochene Besonderheit, nicht vor einem Publikum zu sprechen, dessen Reaktionen vom Moderator visuell aufgenommen werden können, stellt auch höhere Anforderungen an die Stimmmodulation und Sprechgeschwindigkeit des eModerators. Hier gilt: "Rede in einfachen Sätzen, sprich langsam und fasse Dich kurz, wobei wesentliche Fakten zur besseren Einprägung wiederholt werden sollten!". Das gesprochene Wort und die am Bildschirm gezeigten Inhalte ergeben, bei einem optimalen Zusammenspiel, eine erfolgreiche eModeration.

Für die eModeration nun generell einige Empfehlungen:
  • Planen Sie Ihre Präsentation / Schulung von der Agenda bis zum Follow-up.
  • Lernen Sie die ersten Sätze Ihrer Begrüßung auswendig!
  • Achten Sie darauf, dass die Teilnehmer frühzeitig Ihre Hardware getestet haben, damit Sie nicht während der eigentlichen Veranstaltung Zeit darauf verwenden müssen.
  • Halten Sie Alternativen bereit, falls ein Feature nicht wie gewünscht funktioniert. Sollte z.B. eine Folie über das Portfolio einer Firma nicht geladen werden können oder gar vergessen worden sein aufzuladen, könnte eine gemeinsame Webtour zu der betreffenden Firmen-Website als Lösung dienen.
  • Nutzen Sie die Vielfältigkeit der Funktionen, um den Rhythmus Ihrer Präsentation / Schulung zu variieren.
  • Üben Sie den Wechsel der einzelnen Features vor der eigentlichen Moderation.
  • Setzen Sie Regeln fest, beispielsweise für den Umgang mit dem Text-Chat.
Zu guter Letzt: Die Möglichkeiten, die der virtuelle Konferenz- und Schulungsraum bietet, sind – obgleich der erwähnten Eigenheiten – faszinierend. Testen Sie aus, inwiefern Sie Ihre Ideen und Vorstellungen damit verwirklichen können. Es lohnt sich!
 
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