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| 7. Imc-Kongress | PRINT | | Zwischen Begeisterung & Realismus |
Düsseldorf, Oktober 2006 - Dass die neue Software-Generation des "Web 2.0" das elektronische Business komplett auf den Kopf stellt, hat sich längst herumgesprochen. Plötzlich ist es der User, der alle Fäden in der Hand hält. Welche Auswirkungen hat die neue Web-Anarchie auf das Lern- und Wissensmanagement? Die imc AG gab auf ihrem 7. Learning Management Congress in Düsseldorf erste Antworten: Auf jede Anarchie folgt Ordnung. Vorerst hilft nur Ausprobieren. Und das macht sogar Spaß!
Seit sieben Jahren ist der imc-Kongress die Veranstaltung, um sich über Anwendungen, Innovationen und Zukunftstrends im Learning Management zu informieren. Natürlich stand das Event in diesem Jahr unter dem Titel "Learning Management goes Web 2.0" - schließlich ist das der Megatrend, den alle aufgeregt diskutieren.
"Web 2.0 ist nur ein Modewort"
Gelassen stellte Chefentwickler Frank Milius die Sichtweise der imc AG vor: "Web 2.0 ist kein Trend, sondern ein Modewort. Ich bezweifle, dass alles an Web 2.0 Sinn macht. Es werden viel versprechende Mischungen vorbereitet. Aber niemand weiß, wie der Tee letztendlich schmecken wird."
Längst haben sich neue Tools wie Skype, Technorati, Bloglines oder Furl durch die Hintertür ins Unternehmen geschlichen. Mitarbeiter nutzen sie, um besser zusammenzuarbeiten, aber auch um sich kreativ auszuprobieren. Wie alle experimentiert auch die imc noch, um herauszufinden, welche neuen Anwendungen und Services aus der Welt der Social Software das Businessumfeld beeinflussen könnten.
Eine hauseigene Web 2.0-Plattform ist implementiert. Über 'clickr' - eine Wortschöpfung aus dem Namen des imc Learning Management Systems 'clix' und dem beliebten Tool 'flickr' - erproben die imc-Mitarbeiter den kollaborativen Gedankenaustausch.
Gute Nachrichten für LMS-Besitzer
"In einer Phase, in der Technologie Geschäftsmodelle, Produkte und Services verändert, müssen Learning Management Systeme (LMS) neu gestaltet und erweitert werden und dem neuen Nutzerverhalten Rechnung tragen", so Milius. "LMS können und werden künftig ein Framework für soziales Lernen bieten." Folgende Funktionen gelte es zu unterstützen:
- Kommunikation zwischen Individuen und Gruppen
- Kollektive Sammlung von Inhalten
- Kollektive Indexierung von Inhalten
- Content-Syndication
- Personalisierung und Priorisierung
- Tools für Wissensaggregation
- Tools für Wissensgenerierung
- Zusammenarbeit mit vielen Plattformen
Ohne SCORM geht nichts mehr
Wenn alle Content erstellen, jeder von jedem lernt, über eine Unzahl von Tools, ist ohne Standards das Chaos vorprogrammiert. "Die konsequente Trennung von Content und Context ist unumgänglich", machte Wayne Hodgins, SCORM-Erfinder und Director of Worldwide Learning Startegies, Autodesk Inc., deutlich.
Nicht von ungefähr hat Microsoft in sein Office 2007 ein SCORM-kompatibles Metadatentool integriert. Für eine echte Web 2.0-Unterstützung werde es aber neue, vor allem dynamischere Context-Klassifizierungen geben müssen, so Hodgins. Denn das Heimtückische am Web 2.0 ist: Im Zentrum stehen die Vorlieben und Bedürfnisse des Einzelnen, und nicht standardisierte Prozesse, Jobprofile und Aufgabenbereiche.
Hodgins, der selbst großer Fan der bunten Social Software ist, empfiehlt: Ausprobieren! "Start to play!" rief er ins Publikum. "Diese Anwendungen treffen Geschmack und Bedarf des Einzelnen beängstigend gut."
Von der Zukunft in die Gegenwart
Lernen nah am Bedarf, eingeführt mit einer feinen Dosis Kreativität, findet seit diesem Jahr bei der BASF AG statt. Eine eigens engagierte Werbeagentur begleitete den Rollout des neuen European Learning Portals (ELP). "Das Portal unterstützt eigenverantwortliches Lernen durch umfassendes on-demand eLearning", berichtete Hubert Kapp.
Zur Steuerung setzt BASF auf 'clix' in der ASP-Variante. Kapp: "Eine Lernplattform einzuführen, war keine kurzfristige ROI-Entscheidung, sondern die konsequente Antwort auf die veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt und unser Einstieg in eine kulturelle Veränderung." Selbstgesteuertes Learning on-demand ist deshalb bei der BASF eine notwendige Ergänzung zu Seminaren und Blended Learning-Maßnahmen.
Angelehnt an das strategische Ziel des Chemiekonzerns, "das beste Team der Industrie" zu werden, wurde die neue Lernplattform durch eine internationale Marketing-Kampagne unter dem Motto "Entdecke den Einstein in dir!" unterstützt. Mit Stickern, Flyern und Plakaten rührten die Ludwigsburger die Werbetrommel. Der Erfolg blieb nicht aus: In den ersten zwei Tagen besuchten 7.500 Mitarbeiter das Portal und zahlreiche Führungskräfte fragen nach Präsentationen an.
Bis Mitte nächsten Jahres soll der Rollout abgeschlossen sein. Vielleicht kann Kapp auf dem 8. imc-Kongress, der vom 15. bis 17. Juni unter dem neuen Label "Learning World" in Berlin stattfinden wird, dann schon über ähnlich erfolgreiche Vorstöße in Richtung "Social Learning" berichten.
Fotogalerie - Der 7. Learning Management Congress in Bildern |
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