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Web 2.0PRINT
Morgenröte des eLearning, nicht Abenddämmerung!
Essen, November 2006 - Web 2.0, Social Software, eLearning 2.0 – diese Begriffe sind derzeit in den Medien präsent, wenn es um die künftige Entwicklung von Internet und computerunterstütztem Lernen geht. Einige Experten meinen schon das Ende des klassischen eLearning erkennen zu können – neue, kollaborative Instrumente und netzgestützte Dienste, so wird vermutet, führen zur Verdrängung traditioneller Lernformen.

Aus Sicht des Deutschen Netzwerks der E-Learning Akteure e.V. (D-ELAN) ist eine grundlegende Diskussion zur Zukunft des elektronischen Lernens begrüßenswert – die Zeit des eLearnings ist deshalb aber noch lange nicht vorbei! Vielmehr eröffnen Web 2.0- Anwendungen neue, viel versprechende Perspektiven der Interaktion von Lernenden und des User-Generated Content, ohne dass dabei auf die gewachsenen Erfahrungen aus Didaktik und computergestützter Lehre verzichtet werden kann.

ELearning ist lebendiger denn je – tatsächlich erfährt es durch die neuen Instrumente sogar eine Renaissance. Entscheidend für den Erfolg so genannter Social Software im Zusammenhang mit eLearning wird die Passgenauigkeit sein, mit der sie Lernangebote erweitert.

Ebenso wichtig wird die Frage sein, ob die neuen Anwendungsformen es mehr als bislang schaffen werden, die Teilhabe der Lerner am Bildungsprozess zu vergrößern. Denn Wikis und Blogs erlauben zum ersten Mal ein "eLearning von unten", das von den Lernern gelebt und nicht von oben verordnet wird. Die oft gemachten Versprechungen zum Selbstlernpotenzial des eLearnings können nunmehr Wirklichkeit werden.

"Web-2.0-Anwendungen wie Blogging, Podcasting oder Wikis sind daher natürliche Elemente für die nächste Stufe des eLearnings der Zukunft, und sie stehen gleichzeitig für eine spezifische Stärke des eLearnings, nämlich seine Offenheit für neue mediale Entwicklungen", so der Vorstandsvorsitzende des D-ELAN, Dr. Lutz P. Michel.

Entscheidend für den Erfolg von eLearning ist aus Sicht des D-ELAN dabei weniger der Einsatz bestimmter Technologien, sondern vielmehr die sinnvolle Einbettung und Weiterentwicklung vorhandener und künftiger Bildungskonzepte. Web 2.0-Lösungen bieten hier vielfältige Möglichkeiten für das Content Sharing, für die Bildung von Lerncommunities, für die nächste LMS-Migration – um nur einige wenige zu nennen – und werden sich zukünftig ihren festen Platz in der betrieblichen und privaten Weiterbildung sichern.

Auf dem Weg dahin sind allerdings Entscheider über diese Möglichkeiten eingehend zu informieren und die Mitarbeiter auf das "Neue Lernen" vorzubereiten. Web 2.0-Kompetenz fällt nicht vom Himmel, und das selbst gesteuerte Lernen bedeutet stets auch Kontrollverlust. Wenn der einzelne Lerner als Akteur in den Vordergrund tritt, werden andererseits ganz neue Chancen für ein effektives Lernen eröffnet.

Der Mehrwert solcher Anwendungen wie Weblogs, Wikis oder anderer Social Software muss also von allen Beteiligten erkannt und in Lernprozessen auch tatsächlich umgesetzt werden. Schließlich ist noch der Beweis zu erbringen, dass Web-2.0-geprägtes eLearning den Unternehmensinteressen entsprechen kann – auch das "neue" eLearning muss sich rechnen, sollte zur jeweiligen Unternehmenskultur passen und darf nicht Selbstzweck oder nur ein weiterer Hype sein.

Das Deutsche Netzwerk der E-Learning Akteure e.V. (D-ELAN) steht für eine weit gefasste Definition des Begriffs eLearning. Darunter fällt Wissensmanagement ebenso wie digitale Lernangebote zum Learning on Demand. Ausdrücklich beinhaltet dies auch aktuelle Weiterentwicklungen der digitalen Kommunikation und Interaktion, die sich in computergestützte Lernarrangements integrieren lassen.

D-ELAN-Vorstand Michel: "Eine Verdrängung konventioneller eLearning-Angebote, die sich insbesondere bei standardisierten Lernangeboten und klar umrissenen Qualifizierungsbedarfen bestens bewährt haben, ist aus Sicht des D-ELAN nicht absehbar. Im Gegenteil: Wie bei der Entwicklung vom reinen eLearning zum Blended Learning geht es auch hier um eine Integration und die Entwicklung innovativer aber angemessener Konzepte."
 
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