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Wissenstransfer-Regelkreise in einer egalitären Gesellschaft
Berlin, Januar 2008 - (von Dr. Jochen Wiechen, Vorstand der datango AG) Die Globalisierung stellt Unternehmen immer wieder vor neue Herausforderungen. So werden im Zuge dessen komplexe weltumspannende Prozesse zunehmend automatisiert. Um in diesem Zusammenhang reibungslose unternehmensübergreifende Geschäftsabläufe auf Basis unterschiedlicher vernetzter Unternehmensapplikationen sicherzustellen, bedarf es einer optimalen Nutzung der eingesetzten Systeme auf Mitarbeiter- bzw. Anwenderseite. Die Etablierung von Wissenstransfer-Regelkreisen trägt dabei maßgeblich zur Prozessoptimierung und Qualitätssicherung bei. Aber hinkt Deutschland an dieser Stelle konkurrierenden Regionen hinterher?

Der erforderliche Wissenstransfer zur Effizienzsicherstellung und -steigerung beim Einsatz von Unternehmensanwendungen erfolgt heute zunehmend auf elektronischem Wege. Zu Beginn der Kette steht dabei in der Regel die Know-how-Bedarfsermittlung, die schließlich zur Bereitstellung des benötigten Contents führt. Zum Wissenstransfer kommen entsprechende Online-Kurse und -Hilfen zum Einsatz. Um dabei ein optimales Endergebnis zu erzielen, spielt die Schließung des Kreislaufs eine entscheidende Rolle – es darf kein Glied in der Kette fehlen.

Ergo: Wissen muss effizient vermittelt, aber gleichermaßen auch kontrolliert werden. Nur so lässt sich die notwendige Performance langfristig gewährleisten. Die Erfolgskontrolle des erworbenen Wissens stellt sicher, dass es ideal vermittelt wurde und identifiziert eventuell existierende Schwachstellen.

Die Messergebnisse fließen schließlich zurück in eine Verbesserung der bereitgestellten Inhalte und werden so den jeweiligen Anforderungen optimal angepasst. Kurzum: Die Human Performance kann nur durch Aufbau eines vollständigen Regelkreises für den Wissenstransfer über die Prozesse und Systems sichergestellt werden.

Kontrolle als Chance verstehen

Die Umsetzung eines in sich stimmigen Kreislaufes im Rahmen des Wissenstransfers gestaltet sich allerdings hierzulande oft als schwieriges Unterfangen. Denn während eine derartige Vorgehensweise über die Landesgrenzen hinaus teilweise längst etabliert ist, herrscht in Deutschland die Situation vor, dass erst signifikante Hürden genommen werden müssen, um derartige Regelkreise zu implementieren. Der Einbau von Kontrollen wird dabei oftmals als Arbeitnehmer gängelnde Prüfung interpretiert und einer Auseinandersetzung auf dieser Ebene ausgewichen, was meist in der Praxis zu einer Unterbrechung des Kreises führt.

Im Ausland funktioniert dies auf umgekehrte Weise und Kontrollen werden als Chance genutzt, um Wissenstransfer-Erfolge für den einzelnen messbar zu machen und eine entsprechende Qualifizierung sicherzustellen. Eine Möglichkeit, um eine entsprechende Qualitätssicherung zu erzielen, ist beispielsweise die Maßnahme, dass sich die Mitarbeiter die Teilnahme an Präsenztrainings oder die Nutzung einer Applikations-Hotline durch Vorqualifizierung per eLearning "verdienen", was wiederum die Qualität der Präsenztrainings erhöht.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Grundsätzlich ist die Diskussion um Wissenskontrollen in der Geschäftswelt immer sowohl vor dem Hintergrund der Globalisierung als auch der aktuellen Diskussion um hiesige Bildungsstandards zu verstehen. So können laut Personalbedarfsstudien freie Stellen auf Grund des Fachkräftemangels trotz der hohen Arbeitslosenquote nicht besetzt werden. Die Reaktion vieler Unternehmen darauf ist der verstärkte Fokus auf Aus- und Weiterbildung.

Aus diesem Grund sollte mit Blick auf den akuten Engpass, der auf lange Sicht die Entwicklung der Wirtschaft bremst, bei der Standortdiskussion nicht vergessen werden, dass Wissen in der Lage ist, sich frei zu bewegen. Daher ist die logische Konsequenz, betrieblichen Wissenstransfer nicht zu behindern, sondern zu fördern. Denn suboptimaler Know-how-Transfer kann sich schnell zum Standortnachteil einer egalitären Gesellschaft entwickeln – sowohl in der Etablierung von Fachkräften als auch in der Performance.
 
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