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| Modernisierung | PRINT | | "Jede vierte Fortbildung zahlt sich nicht aus" |
Witten, April 2010 - Rund 27 Milliarden Euro gaben Unternehmen im Jahr für die betriebliche Schulung ihrer Mitarbeiter aus. Das besagt die Weiterbildungserhebung 2008 des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft. Doch nicht jeder Euro ist gut angelegt: "Mindestens ein Viertel der Ausgaben verpuffen ohne nachhaltigen Effekt", schätzt Hartmut Jöhnk. Der Geschäftsführer der Cegos Deutschland, der auch Geschäftsleitungsmitglied der internationalen Cegos Group ist, kritisiert nicht zeitgemäße Lernmethoden und Schulungsformen, die gerade in Deutschland noch stark verbreitet seien.
"Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen und somit die Ausgaben kontinuierlich steigen, sollten Personaler die Nachhaltigkeit der von ihnen gewählten Maßnahmen überprüfen", erklärt der 43-Jährige, der einen der weltweit führenden Anbieter im Bereich Globales Lernen repräsentiert.
Die jüngere Generation lernt anders
Im Zeitalter von Internet und Multimedia könnten Unternehmen nicht ausgerechnet bei der Qualifizierung an althergebrachten Methoden festhalten, so Jöhnk. "Tatsächlich stehen immer noch klassische Schulungen auf Platz eins. Das heißt, Mitarbeiter werden wie vor 20 Jahren im Präsenzlernen – extern oder betriebsintern – durch einen Trainer geschult", erklärt der Experte.
Viel effektiver sei es jedoch, auch neue Technologien zu nutzen, um flexibel auf Bedarf, Zeitplanung und Aufnahmefähigkeit des einzelnen Mitarbeiters einzugehen. "Viele der jüngeren Arbeitnehmer und Führungskräfte im Alter bis zu 40 Jahren sind mit dem Computer aufgewachsen, so dass für sie oftmals Blended Learning die ideale Lernform darstellt", betont Jöhnk.
"Erstens können Mitarbeiter das Gelernte direkt am Arbeitsplatz und in der gewohnten Atmosphäre in die Praxis umsetzen. Zweitens kann jeder individuell und im eigenen Tempo lernen, wenn es in seinen Tagesrhythmus passt", sagt Hartmut Jöhnk. "Und nicht zuletzt ist der Einzelne räumlich unabhängiger."
Vorreiter USA
In den USA, aber auch in Großbritannien und Frankreich, ist eLearning bereits ein fester Bestandteil des beruflichen Lernprozesses. Längst anerkannt ist auch die hohe visuelle und pädagogische Qualität der Schulungsmodule. Doch hierzulande stünden vor allem viele Personaler der modernen Lernform noch skeptisch gegenüber. Dabei sei eLearning eine nachweislich effektive Methode. "Unsere Evaluationen zeigen, dass mehr als 85 Prozent der via eLearning geschulten Mitarbeiter erfolgreich gelernt haben", berichtet Jöhnk.
Bei Bedarf lasse sich eLearning zudem jederzeit kombinieren durch Einheiten, die ein Trainer durchführe. Dieses so genannte Blended Learning bringe die größten Lernerfolge – und Unternehmen sparen letztlich Kosten. Davon ist nicht nur Jöhnk überzeugt.
Bestätigt wird er durch die Studie zum multimedialen und globalen Lernen, die Cegos kürzlich veröffentlichte. Demnach sind knapp 90 Prozent von der Nachhaltigkeit des Blended Learning überzeugt. Befragt wurden mehr als 2.000 Mitarbeiter und rund 500 Human Resources Abteilungen und Trainingsmanager in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich.
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Mir erscheint die diesem Artikel zugrunde liegende Argumentation hinsichtlich der Erfolgsfaktoren von Weiterbildung als zu eindimensional. -Natürlich sind Blended Learning Ansätze zeitgemäßer und passen immer besser auf die Lernbiografien der heutigen und der zukünftigen Lerner. - Allerdings ist auch Blended Learning genauso zum Misserfolg verurteilt wie jede beliebig andere Methode.
Zwischenzeitlich wissen wir doch sehr genau, welchen Einfluss auf den Lernerfolg Bedingungsfaktoren haben, die nicht unmittelbar teil des eigentlichen Lernprozesses sind. - So spielt beispielsweise das Verhalten der unmittelbaren Vorgesetzten der Lernenden vor, Während und nach der Weiterbildung eine viel wichtigere Rolle hinsichtlich des Erfolgs einer Weiterbildung als der Trainer, das Lernmittel u.v.a.m. - Unter Umständen können dadurch gut gedachte Ansätze sogar hinsichtlich der erwarteten Wirkung von Weiterbildung ins Gegenteil verkehrt werden.