Sicherheitsunterweisung 2026 für Elektriker neu geregelt
Berlin, Januar 2026 - Die jährliche Pflichtunterweisung für Elektrofachkräfte startet 2026 in eine neue Ära. Die Pflicht zur jährlichen Sicherheitsunterweisung nach § 4 der DGUV Vorschrift 1 bleibt unverändert. Doch der Kontext hat sich grundlegend gewandelt. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die aktualisierte DGUV Vorschrift 2 – und damit neue Spielregeln für die betriebliche Sicherheitsorganisation.
Kern der Neuerungen ist mehr Flexibilität, besonders für kleinere Betriebe. Die Schwelle für das alternative Betreuungsmodell durch Kompetenzzentren wurde von zehn auf 20 Beschäftigte angehoben. Mehr elektrotechnische Handwerksbetriebe können damit bedarfsorientierte Sicherheitsberatung in Anspruch nehmen, ohne für jedes kleine Problem externe Experten beauftragen zu müssen.
Zudem dürfen Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit nun bis zu 50 Prozent ihrer Grundbetreuung digital erbringen. Voraussetzung: Sie kennen die spezifischen Betriebsverhältnisse. Diese Änderungen erleichtern die Organisation der verpflichtenden §4-Unterweisung gerade in den oft hektischen ersten Jahreswochen.
Digitale Dokumentation wird zum Standard
Die Art der Dokumentation unterliegt einem stillen Wandel. Getrieben vom Vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) löst die Textform zunehmend die Schriftform mit Originalunterschrift ab – wo es rechtlich zulässig ist.
Für Sicherheitsunterweisungen bedeutet das: Der Nachweis der Teilnahme bleibt Pflicht, doch digitale Signaturen und revisionssichere eLearning-Protokolle setzen sich als Branchenstandard durch. Fachmedien wie WEKA Media betonen in aktuellen Updates: eLearning-Kurse sind als Bestandteil der Unterweisung anerkannt, müssen aber durch einen betriebsspezifischen Dialog ergänzt werden.
Ein reines Selbststudium per PDF genügt nicht. Die Vorschrift verlangt einen Verständnis-Check und die Möglichkeit für Mitarbeiterfragen – beides muss dokumentiert werden. Dieses Hybridmodell ermöglicht es, theoretisches Wissen online aufzufrischen, während die praxisnahe, ortsspezifische Unterweisung vor Ort stattfindet.


