FernUSG

Innovations-, Schnelligkeits- und Wettbewerbsfähigkeitsbremse

Dr. Sirkka FreigangEichwalde, Februar 2026 - Dr. Sirkka Freigang ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und Expertin für Smart Learning Environments. Sie ist Autorin des FachbuchS "Smart Learning Design", das sich mit der Integration innovativer Lernkonzepte in Unternehmen beschäftigt. Es stellt eine Kombination aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, technologischen Innovationen und praxisorientierten Methoden dar, die darauf abzielen, die Bildungspraxis zu verbessern. Sirkka Freigang betrachtet das FernUSG als Hemmschuh für Innovationen.

Was ist aus Ihrer Sicht das Kernproblem des FernUSG für digitale Weiterbildung?
Dr. Sirkka Freigang: Die Zulassungspflicht ist eine Markteintritts- und Innovationsbremse: Innovation und Fortschritt entstehen dynamisch, spontan und agil. Mit dem FernUSG müssen Anbieter:innen alles vorab "festschreiben", statt iterativ zu verbessern – das verhindert Innovation, Schnelligkeit und die so wichtige Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.

Welche pädagogische Folge hat das?
Dr. Sirkka Freigang: Didaktik wird unnötig starr, reglementiert und vorgeschrieben, da neue Technologien noch unbekannt sind. Das Gesetz schließt "unbekannte Technologien und Didaktiken" strukturell aus, was dazu führt, dass innovative Technologien keinen Zugang zum Markt finden, was dringend benötigt würde.

Sichert die ZFU-Zulassung dann wenigstens Qualität?
Dr. Sirkka Freigang: Sie schafft Mindeststandards, ist aber kein verlässliches Qualitätssiegel. Sie sichert Mindeststandards und steht einem dynamischem Innovationprozess systembedingt im Wege. Qualität entsteht im Lernprozess – über Wirksamkeitsnachweise, wissenschaftliche Qualität, Feedbackschleifen und transparente Outcomes. Beim FernUSG handelt es sich um überholte Standards, die dazu führen, dass Deutschland seinen Wettbewerbsstatus verliert, anstatt auszubauen.