Modernisierung der Lehre

Vier eLearning-Projekte an der FU Berlin ausgezeichnet

Berlin, März 2010 - Die Freie Universität Berlin hat herausragende eLearning-Projekte des vergangenen Jahres mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Der mit je 3.000 Euro dotierte "FU E-Learning-Preis" wurde bei der vom Center für Digitale Systeme (CeDiS) ausgerichteten Tagung "GML² - Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens" in drei Kategorien verliehen. Er ging an vier Initiativen aus den Fachbereichen Geschichts- und Kulturwissenschaften, Philosophie und Geisteswissenschaften, Mathematik und Informatik sowie Wirtschaftswissenschaft.




Diese fachliche Bandbreite zeige, wie weit die Nutzung digitaler Technologien und Neuer Medien an der Freien Universität verbreitet sei, sagte Kanzler Peter Lange bei der Verleihung. Insgesamt hat das universitätsinterne eLearning-Förderprogramm seit 2003 weit über 200 einzelne eLearning-Projekte ermöglicht. Der Preis wurde bereits zum fünften Mal vergeben.


"Nachhaltige Integration und Vernetzung"


In der Kategorie "Nachhaltige Integration und Vernetzung" erhielt das Team von Dr. Maximilian Benker vom Kunsthistorischen Institut der Freien Universität den Preis für das Projekt "Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen". Das multimediale Online-Lernprogramm ist fester Bestandteil des Bachelor-Studiengangs Kunstgeschichte und vermittelt Studierenden unter anderem einen fundierten Überblick über die Kunstgeschichte vom Frühmittelalter bis zur Zeitgenössischen Kunst unter der besonderen Fragestellung der Funktion von Kunst. Die Studierenden erarbeiten sich mit Hilfe digitaler Technologien ein Wissensfundament für das weitere Studium.


"Multimediale Lernmaterialien und Lernumgebungen"


In der Kategorie "Multimediale Lernmaterialien und Lernumgebungen" hat sich das Lenkungsgremium eLearning entschieden, zwei gleichwertige Preise zu vergeben, und zwar an die Gruppe von Prof. Dr. Miltos Pechlivanos vom Institut für Griechische und Lateinische Philologie für das Projekt "Spracherwerb des Neugriechischen" und an Prof. Dr. Raúl Rojas und sein Team am Institut für Informatik für die Entwicklung von "Multitouch-Lernumgebungen für Informatik-Unterricht und Präsenzlehre".


Die Studierenden arbeiten im letztgenannten Projekt mit selbstentwickelten Multitouch-fähigen Geräten, um neue Programmierkonzepte und Interaktionsparadigmen zu erlernen. Es sollen so theoretische Grundlagen der neuen Technologie vermittelt und über Projektarbeit gleichzeitig ein direkter Praxisbezug hergestellt werden.


In dem Neugriechisch-Projekt trainieren die Studierenden auf der zentralen Lernplattform der Freien Universität online grammatisch-syntaktische Fähigkeiten für das Verständnis von Texten und mündlicher Rede. Dazu werden multimediale Lernmaterialien in Bild, Ton und Video angeboten.


"Good-Practice-Beispiel für Blended-Learning-Szenarien in der Lehre"


Als bestes "Good-Practice-Beispiel für Blended-Learning-Szenarien in der Lehre" ist das Team von Prof. Dr. Martin Gersch vom "Kompetenzbereich Organisation und Management" am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft für ein dreistufiges Lehrveranstaltungskonzept in der für die Bachelor-Studierenden verpflichtenden Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) ausgezeichnet worden.


Die Veranstaltungsreihe entwickelt sich von einer vorwiegenden Präsenzveranstaltung über ein teils online und teils vor Ort stattfindendes Modul zu einem hauptsächlich virtuellen Fallstudienseminar. Die Studierenden erlernen dabei fachliche und methodische Grundlagen der Betriebswirtschaft und erproben diese später in einem internationalen Zusammenhang in einem fast vollständig virtuellen Szenario.


Darüber hinaus sprach das eLearning-Lenkungsgremium Prof. Dr. Volkhard Nordmeier und seinem Team vom Fachbereich Physik eine besondere Würdigung für das Engagement für schwangere Studentinnen und Studierende mit Kind im Projekt "Interaktive Praktikumsexperimente für eine familienfreundliche Hochschule" aus. Die online und frei zugänglichen Experimente ermöglichen zum Beispiel werdenden oder stillenden Müttern, weiterhin am Studium teilnehmen zu können ohne anwesend sein oder mit toxischen Präparaten umgehen zu müssen.