Am Universitätsklinikum

Elektronische Klausuren per inside Online-Prüfungssystem

Aachen, März 2009 - Elektronische Klausuren haben in der medizinischen Lehre am Universitätsklinikum Aachen ihren festen Platz. Sie lassen sich organisatorisch und technisch nahtlos in den Lehrbetrieb integrieren und bieten sowohl für die Lehrenden als auch für die Studierenden große Vorteile.




Ende 2003 wurden elektronische Klausuren erstmals im großen Stil an der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) auf Basis des inside Online-Prüfungssystems (OPS) eingesetzt.


Innovation


Seit dieser Zeit wurde das OPS konsequent von vielen Instituten genutzt - wie z.B. dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, dem Institut für Medizinische Statistik, dem Institut für Angewandte Medizintechnik und dem Institut für Pathologie. Diese Institute mit unterschiedlichen Lehr- und Forschungsaufträgen im Bereich der Medizin nutzen das OPS aus dem gleichen Grund: Das OPS erlaubt die Entwicklung und den Einsatz von handlungsorientierten Aufgaben, die ärztliche Fähigkeiten und Fertigkeiten prüfen können, was mit "klassischen" schriftlichen Klausuren unmöglich ist.


Eine Aufgabe aus der Pathologie beispielsweise kann nur dann beantwortet werden, wenn der Studierende die Fähigkeit besitzt, mit dem in das OPS integrierten elektronischen Mikroskop des Instituts den histologischen Schnitt zu untersuchen (Wahl der Vergrößerung und des Ausschnitts) und zu befunden (Erkennen der wesentlichen pathologischen Strukturen und Zuordnung zum entsprechenden Krankheitsbild).


Procedere


Elektronische Klausuren, an denen gleichzeitig bis zu 220 Studierende teilnehmen können, werden im Aachener Rechnerpool Audimax (ARPA) in Kooperation mit dem Zentrum für Lern- und Wissensmanagement und dem Lehrstuhl für Informatik im Maschinenbau (ZLW/IMA) der RWTH Aachen durchgeführt.


Der Ablauf einer typischen Klausur gestaltet sich folgendermaßen: Die Medizinstudentinnen und -studenten, die sich für eine elektronische Klausur angemeldet haben, nehmen an den Rechnern Platz. Nach einer kurzen Einweisung durch die Klausurbetreuer geht es sofort los: über einen Browser mit der Matrikelnummer ins OPS einloggen und Aufgaben bearbeiten. Zur Bearbeitung der Aufgaben haben die Studierenden ein festes Zeitkontingent, welches evtl. auftretende Bandbreiteschwankungen im Intranet berücksichtigt.


Die Studierenden bekommen die Aufgaben und - bei Multiple-Choice-Aufgaben - die zugehörigen Antwortmöglichkeiten jeweils in einer anderen Reihenfolge präsentiert. Falls es während der elektronischen Klausur zu Problemen kommen sollte, z.B. einem Absturz des Browsers oder des gesamten Rechners, wird die elektronische Klausur nach einem Neustart und der Anmeldung an genau der Stelle mit dem gleichen Bearbeitungsstatus (Zeit, Aufgaben, Notizen, Lesezeichen) wieder aufgenommen, an der sie abgebrochen wurde.


Nach Ablauf der Bearbeitungszeit werden die Klausuren automatisch vom OPS ausgewertet. Die Ergebnislisten für den Aushang im Intranet sowie die Auswertungen für die Evaluation der elektronischen Klausur können von den Betreuern im OPS abgerufen werden.


Vorteile


Insgesamt ergeben sich durch den Einsatz des OPS zur Durchführung von elektronischen Klausuren Vorteile für Dozenten und Studierende:

  • Prüfbarkeit von ärztlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Kollaboratives Erstellen von Aufgaben und Klausuren
  • Wegfall der Material- und Personalkosten für die Vervielfältigung der Klausurbögen
  • Minimierung der Personalkosten für die Klausurauswertung
  • Schnellere Bekanntgabe der Ergebnisse für die Studierenden
  • Verkürzung der Durchlaufzeiten für die gesamte Klausur
  • Hohe Sicherheit gegen Täuschungsversuche
  • Vereinfachung der Klausureinsicht
  • Vereinfachung der Evaluation der Klausur
  • Steigerung der Durchführungs-, Beurteilungs- und Auswertungsobjektivität der Klausuren
  • Qualitätssteigerung der Klausuren
  • Möglichkeit der Evaluation des Lehr-Lern-Prozesses

Dadurch, dass das OPS den vollständigen Prozess von der Lehrzieldefinition über die Aufgaben- und Klausurentwicklung bis hin zur Auswertung und Evaluation abbildet, bindet es die Dozenten obligat an eine strukturierte Vorgehensweise, die sich an Methoden der Testtheorie orientiert. Das bedeutet teilweise sogar einen höheren Aufwand in der Initialphase, also beim erstmaligen Einsatz des Systems.


Sobald jedoch erst einmal eine Klausurdefinition erstellt und ein Aufgabenpool aufgebaut wurde, rentiert sich der erhöhte Aufwand rasch aufgrund der beschriebenen Vorteile.