OSBA

Open-Source-Verband zur Gefahr digitaler US-Sanktionen

Berlin, Januar 2026 - Im Jahr 2025 wurden Mitarbeitende des Internationalen Strafgerichtshofs von allen US-amerikanischen digitalen Diensten abgeschnitten. Weder eMails noch Online-Buchungen oder der Zahlungsverkehr funktionierten. Digitale Sanktionen sind damit als Machtmittel zu einer realen Bedrohung für zivilgesellschaftliche Organisationen, die Verwaltung und Unternehmen in Europa geworden. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie verwundbar Akteure sind, wenn sie sich komplett auf nicht-europäische Closed-Source-Anbieter verlassen. 

OSBA-Vorstandsvorsitzender Peter Ganten spricht von einer "potenziell akuten Erpressungslage, der wir etwas entgegensetzen müssen und können. Die Fälle machen deutlich, dass es praktisch jeden treffen kann und Gegenwehr nicht möglich ist. Doch Europa ist dieser Bedrohung nicht schutzlos ausgeliefert. Denn es gibt bereits heute eine ganze Industrie für digital souveräne Software und die entsprechenden Anbieter stehen jetzt bereit."

 

Sichere Infrastruktur für gemeinnützige Organisation HateAid

Die Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. warnt auch bei einem aktuellen Fall vor ähnlichen Restriktionen: Den Einreiseverboten gegen die Geschäftsführerinnen von HateAid könnten bald auch digitale Sanktionen folgen. Aus diesem Grund arbeitet HateAid nun mit einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes, um zukünftig selber die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur ausüben zu können. Aber nicht nur der Ausschluss von digitalen Diensten von US-amerikanischen Plattformen ist eine Gefahr. Die US-amerikanische Regierung kann, legitimiert durch den Cloud Act, jederzeit alle Daten anfordern, die über Software oder Dienste amerikanischer Unternehmen wie beispielsweise Microsoft oder Google laufen. 

"Viele Unternehmen, Regierungsorganisationen, aber wie im Fall von HateAid auch zivilgesellschaftliche Organisationen, sind bedroht, weil nicht klar ist, wie die von diesen Organisationen gespeicherten Daten verwendet werden", ergänzt dazu Peter Ganten.

Die mehr als 260 Mitgliedsunternehmen der OSBA bieten Beratung und Open Source Software- und Cloudlösungen, die in allen Bereichen moderner IT-Lösungen unabhängigen Betrieb, Überprüfbarkeit und sogar den einfachen Austausch zwischen unterschiedlichen Anbietern ermöglichen. Damit haben Organisationen jederzeit die volle Kontrolle darüber, wer an welche Daten gelangen kann und sind vor Abschaltungen durch nicht-europäische Regierungen wirksam geschützt.

Unternehmen, Behörden, aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die auf der Suche nach Anbietern für digital souveräne IT-Lösungen sind oder akut oder präventiv professionelle Beratung für den Umstieg auf Open-Source-Lösungen suchen, können sich unverbindlich beim Verband melden, der dann Kontakt zu Mitgliedern herstellt, die zur konkreten Anfrage passende Produkte oder Leistungen bieten.